1. Städtetypen

 

    1) Allgemein

Stadtgrößenklassen:

  • Landstadt: 2.000 - 5.000 Einwohner
  • Kleinstadt: 5.000 - 20.000 Einwohner
  • Mittelstadt: 20.000 - 100.000 Einwohner
  • Großstadt: > 100.000 Einwohner

 

Funktionale Städtetypen:

  • Hauptstadt; Regierungssitz
  • Landeshauptstadt
  • Industriestadt
  • Universitätsstadt
  • ...

Metropole: Hauptstadt politischer, wirtschaftlicher und sozialer Mittelpunkt eines Staates. Meist entwickelt sich die Hauptstadt oder eine Hafenstadt zu einer Metropole

 

    2) Megastädte

Als Megastadt wird eine Stadt mit über 5.000.000 Einwohnern bezeichnet. Beispiele für sogenannte Megastädte:

  • Mexico-City: 12 Mio. E.
  • Sao Paolo 12 Mio. E.
  • Rio de Janeiro 9 Mio E.
  • Kinshasa 5 Mio. E.
  • Kairo 10 Mio. E.
  • Delhi 7 Mio. E.
  • Bombay 8 Mio. E.
  • Peking 9 Mio. E.
  • Seoul 7 Mio. E.

Wachstum der Megastädte:

1975: 90 Megastädte

2000: 300 Megastädte

 

Während bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Megastädte nur in den Industrieländern zu finden waren (London, Paris), entstand im Verlauf der letzten 100 Jahre eine auffallende Metropolisierung in den Ländern der dritten Welt. Ursachen hierfür sind:

  • Niedrigere Sterberaten in der Stadt als auf dem Land bei gleichbleibenden Geburtenraten
  • Konzentration der Wirschaft auf ein Zentrum
  • Landflucht

 

Der Prozess der Metropolisierung verläuft hier durch:

  • Etappenimigration
  • Direktem Zustrom in die Metropole
  • Landflucht junger Familien

 

Durch diesen Prozess entstehen folgende Probleme:

  • intellektuelle Ausdünnung auf dem Land
  • Verhinderung von Veränderungen auf dem Land
  • Stagnation des Landes
  • Marginalsiedlungen in der Stadt
  • Hohe Arbeitslosigkeit
  • Infrastrukturprobleme
  • Desintegration von Zuziehenden
  • Extreme Segregation
  • Umweltverschmutzung, Luft- und Gewässerschäden
  • Seuchen und Krankheiten
  • Hungersnöte

 

    3) Global Cities

Wie in vielen Bereichen der Stadtgeographie existiert auch zum Begriff der Global City keine eindeutige Definition. Allgemein wird unter einer Global City jedoch eine Ballung von Steuerungszentalen globaler Wirtschaft verstanden. Hierdurch werden Knotenpunkte einer zunehmend transnational agierenden Wirtschaft geschaffen, die die Stadt sowohl in ihrer ökonomisch - sozialen als auch in ihrer baulich - räumlichen Entwicklung beeinflussen.

Gründe für die Entstehung von Global Cities:

  • Durch die Entwicklung von Dienstleistungen, die inzwischen ökonomisch höherrangig fungieren als Industrie und Rohstoffgewinnung, werden steuernde Elemente für diesen Sektor notwendig, der sich immer weiter inter-, bzw. transnationalisiert. Die steuernden Unternehmen konzentrieren sich in Global Cities.

Gründe für Unternehmen, sich in Global Cities anzusiedeln:

  • Image - Steigerung
  • Face-to-face mit konkurrierenden Unternehmen
  • Verkehrsanbindung (z.B. Rhein-Main-Flughafen)

Auswirkungen auf die Städte:

  • Durch Produktionsverlagerung meist Arbeitsplatzverlust
  • Verdrängung "niederwertiger" Arbeit an die Randzone
  • Arbeitsmarkt: Extremsegregation, dadurch:
  • Soziale Extremsegregation
  • Bauliche Extremsegregation

 

    4) Citybildung in Deutschland

Die Definition der City (USA: CBD):

Die City ist der Primärkern einer Stadt. Sie wird vom Citymantel gegenüber den anliegenden Vierteln abgetrennt. Während die Citynahen Viertel überwiegend aus meist sanierungsbedürftigen Mietskasernen bestehen, herrscht in der City die Bürohaus-, bzw. Hochhausbauweise vor. Die weiteren physiognomischen Kennzeichen sind Fußgängerzonen mit Passagen und Waren- oder Kaufhäusern. Die Stadtgeographisch wichtigsten Charakteristika der City bestehen in:

  • einer hohen Konzentration von Handels- und Dienstleistungsfunktionen
  • hoher Arbeitsplatzdichte
  • überwiegender Tagbevölkerung
  • hohen Boden- und Mietspreisen
  • Kaum Wohnbevölkerung

 

Ein herausragendes Beispiel für die deutsche City bildet Frankfurt/Main. Hier hat sich im Verlauf der bundesdeutschen Geschichte eine zu den größten deutschen Cities zählende Innenstadt aufgebaut.

 

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© 01-03-98, Dirk Wiebel